Das Interview: Mit Innovation und Zuverlässigkeit in eine erfolgreiche Zukunft


Cristophe Simoncelli, Vice President für GME-Turmdrehkrane

Christophe Simoncelli verrät, wie Potain seine führende Marktposition aufrechterhält und wie die Gesamtbetriebskosten der Kunden optimiert werden sollen.


Vor einigen Monaten wurde Christophe Simoncelli zum Vice President für GME-Turmdrehkrane bei Manitowoc ernannt, wo er für die Reihe der Potain-Obendreherkrane verantwortlich ist. Die Schaffung der neuen Position markierte zusammen mit der Trennung

der Bereiche Obendreherkrane und Selbstmontagekrane eine strategische Neuausrichtung. Diese führte zu einer agileren Unternehmensstruktur und bringt Potain in Einklang mit den Grundsätzen von The Manitowoc Way. 2018 wurde die Marke 90 Jahre alt und hat sich im Laufe der Zeit zum weltweit beliebtesten Turmdrehkranunternehmen entwickelt. Ihre sichere und zuverlässige Leistung sowie hervorragende Wiederverkaufswerte haben die Potain-Krane für Kranverleih- und Baufirmen attraktiv gemacht. Dank dem Vorstoß des Unternehmens zu neuen Technologien und den Initiativen zur Optimierung der Gesamtbetriebskosten sieht die Zukunft für Potain laut Simoncelli sehr vielversprechend aus.


Looking Up: Können Sie erklären, was die Kunden an der neuen Generation der Potain-Krane besonders schätzen und wie sich daraus niedrigere Gesamtbetriebskosten ergeben?


Christophe Simoncelli: Es gibt mehrere Faktoren, die unsere Kunden besonders schätzen, doch ich möchte zwei davon speziell aufgreifen: CCS und die Kranbauweise. CCS ist unser Kransteuersystem, mit dem wir viele unserer Modelle ausgestattet haben, darunter auch die MDT-Reihe. Es optimiert das Fahrerlebnis für den Kranführer und lässt sich individuell einstellen. Das bedeutet auch, dass es sich an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen lässt, zum Beispiel wenn eine präzise Platzierung erforderlich ist.


CCS macht unsere Krane sicherer und darüber hinaus auch produktiver. Im Falle einer Störung unterbricht das intelligente System automatisch den Betrieb, und die Inbetriebnahme ist von der Kabine aus möglich. Kein anderes Betriebssystem ist dazu in der Lage. CCS arbeitet außerdem Hand in Hand mit CraneSTAR Diag, unserem Diagnoseprogramm. Damit kann der Besitzer von jedem externen Gerät aus auf das Kranbetriebssystem zugreifen und ein Problem frühzeitig identifizieren, wodurch Ausfallzeiten minimiert werden.

Auch mit der Bauweise unserer neuesten Generation an Kranen bieten wir unseren Kunden viele Vorteile. Dazu zählen u. a. ein einfacherer Transport, ein schnellerer Aufbau, eine leichtere Inbetriebnahme und eine größere Flexibilität. Alle diese Aspekte tragen auf die eine oder andere Weise zu einer spürbaren Senkung der Gesamtbetriebskosten bei.


LU: Wie sieht die Strategie rund um die Produktentwicklung aus, und in welche Richtung werden sich die Potain-Krane künftig entwickeln?


CS: Unsere Produktentwicklungsstrategie orientiert sich an The Manitowoc Way. Dessen Einfluss lässt sich leicht erkennen, wenn man einen Blick auf unserer neuestes Modell, den MCT 565, wirft. Dieser wurde in unserem Zhangjiagang-Werk in China entworfen und gebaut. Der Kran ist unser bisher größter Topless-Kran und weist darauf hin, in welche Richtung sich unser Produktsortiment entwickelt. Unser Topless-Kran-Sortiment ist mit einem Lastmoment von bis zu 400 Metertonnen nicht zu schlagen. Nun möchten wir diese Entwicklung auch bei den höheren Tragfähigkeitsklassen fortführen, und der MCT 565 ist ein guter Anfang. Kunden sollten unsere Ankündigungen im Blick behalten.


Ein weiterer bedeutender Aspekt unserer Strategie ist die Verbesserung der Gesamtbetriebskosten. Damit befassen wir uns schon seit geraumer Zeit, trotzdem ist es wichtig zu betonen, dass wir den Fokus auch weiterhin darauf richten werden. Es geht dabei darum, dass wir uns auf Aspekte wie Produktivität, Technologie, Zuverlässigkeit, Transport und Sicherheit konzentrieren.


LU: Welche Vorteile bringen neue Technologien den Potain-Kunden bei der Nutzung der Krane?


CS: Es gibt zwei wichtige Bereiche, in denen sich die Technologie positiv auf die Nutzung der Potain-Krane auswirkt. Erstens im Hinblick auf die Technologie des Krans selbst. Hier sind zum Beispiel das CCS und CraneSTAR Diag zu erwähnen – darüber haben wir vorhin bereits gesprochen. Es gibt aber noch einen zweiten Bereich, in dem die Technologie sich positiv für den Kranbesitzer auswirkt – und zwar neue Konstruktionen und deren Tests. Diesem Aspekt wird meines Erachtens nach zu wenig Bedeutung beigemessen.


Mit unserer neuesten Konstruktionssoftware sind wir beispielsweise in der Lage, Krane zu entwickeln, deren Leistung und Langlebigkeit vor fünf Jahren noch unerreichbar gewesen wären. Es ist uns auch gelungen, den Planungsprozess zu beschleunigen und innovative

neue Konstruktionen zu testen.


Der MCH 125 ist dafür ein gutes Beispiel. Das ist ein Kran mit einem hydraulischen Verstellausleger in Topless-Bauweise, ein völlig neuer Typ, der bei keinem anderen Hersteller zu finden ist. Die Konstruktionssoftware hat die Entwicklung dieses Krans möglich gemacht, und das auch noch in Rekordzeit. Genau darum geht es in The Manitowoc Way, und zwar in vielerlei Hinsicht.


LU: Können Sie als globale Marke erklären, wie Sie Kunden auf so vielen verschiedenen Märkten bedienen?


CS: Es ist wichtig für uns, nahe am Kunden zu sein. Dass wir Werke und Büros in verschiedenen Ländern haben, hilft uns dabei. So können wir unsere führende Marktposition behalten und besser verstehen, was unsere Kunden benötigen. Wir glauben nicht, dass man ein Produkt herstellen und es dann auf allen Märkten verkaufen kann. Man muss die Bedürfnisse verschiedener Kunden verstehen und Produkte entwickeln, die darauf abgestimmt sind.


Ein weiterer Faktor, der dazu beiträgt, dass wir ein Marktführer bleiben, ist unsere Flexibilität. Innovation und Schnelligkeit sind die Grundprinzipien von The Manitowoc Way. Um schneller auf die Bedürfnisse unserer Kunden reagieren zu können, müssen wir agiler sein. Mit den Lean-Prinzipien, die wir in unseren Werken eingeführt haben, ist es viel leichter für uns, rasch auf wechselnde Marktbedürfnisse einzugehen.


LU: Potain hat eine weltweite Führungsposition inne. Wie kann man eine solche Stellung in einem derart umkämpften Markt verteidigen?


CS: Hier sind zwei verschiedene Faktoren wichtig. Erstens gilt es, die baulichen und funktionalen Merkmale, die von den Kunden besonders geschätzt werden, beizubehalten. Zweitens ist es von Bedeutung, Innovationen voranzutreiben und auf wechselnde Marktbedürfnisse zu reagieren. Es gibt viele Gründe, warum Kunden von Potain-Kranen begeistert sind. Einer davon ist der hohe Wiederverkaufswert. Einen Potain-Kran kann man überall auf der Welt verkaufen.


Service und Zuverlässigkeit sind ebenfalls wichtig. Wir arbeiten hart daran, unsere Krane zu den zuverlässigsten in der Branche zu machen. Gleichzeitig legen wir bewusst einen ebenso hohen Wert auf die Manitowoc Crane Care-Betreuung. Unser Serviceteam und unser Händlernetz sind weltweit unübertroffen, und diese Vorrangstellung gilt es zu festigen.


Zusätzlich müssen wir uns auf die Entwicklung neuer Produkte konzentrieren und dabei so schnell wie möglich arbeiten – und nebenbei weiterhin unsere Vorlaufzeiten verbessern. Wir haben bereits jetzt große Fortschritte im Sinne von The Manitowoc Way gemacht, doch „ständige Verbesserung“ bedeutet, dass man sich niemals zufrieden gibt. Wir sind stolz darauf, der weltweit führende Anbieter von Turmdrehkranen zu sein. Wir freuen uns auf die Zukunft und darauf, unsere Kunden an den neuen Produktentwicklungen teilhaben zu lassen.

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