Grove. Real Tough.

Wie schafft man es, einen Grove Geländekran zu bauen, der extremen Wetterbedingungen standhalten kann? Federico Lovera, regionaler Produktmanager für Geländekrane bei Manitowoc, gibt uns einen Einblick in die ausgereiften Kältepakete von Grove für extreme Minusgrade. Dank dieser können die Krane auch bei Temperaturen von bis zu –40 °C arbeiten und Temperaturen von bis zu –60 °C standhalten.


Federico Lovera

Die Geländekrane von Grove sind schon immer die robustesten Krane in der Branche gewesen. Sie sind mit dem Markenversprechen „Grove. Real Tough.“ versehen, das die GRT-Modelle seit ihrer Einführung begleitet. Diese zuverlässigen Arbeitstiere kommen auf Baustellen auf der ganzen Welt zum Einsatz – auch an Orten, an denen extreme Wetterverhältnisse herrschen.


Damit die Krane auch unter diesen extremen Bedingungen reibungslos funktionieren, bietet Grove eine Reihe von Zusatzoptionen an. Unter anderem sind dies Kältepakete für Einsätze bei extremen Minusgraden. Die Manitowoc Ingenieure in Shady Grove, im US-Bundesstaat Pennsylvania, konstruieren diese wetterspezifischen Komponenten und Systeme und testen diese eingehend im standorteigenen Kranprüfzentrum (Product Verification Center; PVC). Dort nutzen sie eine Klimakammer, in der extrem niedrige Temperaturen simuliert werden können, die üblicherweise in der Arktis oder in höheren Lagen vorkommen.


Wir haben mit Federico Lovera, dem regionalem Produktmanager für Geländekrane bei Manitowoc, gesprochen, um zu erfahren, warum die Kältepakete von Manitowoc als die besten der Branche gelten.


Looking Up: Wie schaffen es die Manitowoc Ingenieure, dass Grove Krane auch in extrem kalten Umgebungen funktionieren?


Federico Lovera: Grove Geländekrane mit optionalen Kältepaketen werden hinsichtlich ihrer Funktion unter rauen klimatischen Bedingungen rundum untersucht. Wir testen jedes System und jede Komponente und passen diese an, um sicherzustellen, dass der Kran bei sehr kalten klimatischen Bedingungen ordnungsgemäß funktioniert. Es werden alle Funktionen getestet, die Kranfahrer bei ihrer täglichen Arbeit nutzen. Damit stellen wir sicher, dass unsere Kunden einen Kran ausgeliefert bekommen, auf den sie sich verlassen können – einen Kran, der sich leicht starten lässt und während des Arbeitstages einwandfrei läuft, unabhängig davon, wie extrem Umgebungstemperatur und Witterung sind.



LU: Welche Kältepakete gibt es und wodurch zeichnen sich diese aus?


FL: Wir bieten derzeit zwei Paketoptionen an: ein Kältepaket für kalte Temperaturen (–29 °C) und ein Paket für extrem kalte Umgebungsbedingungen, das „Arctic Weather Package“ (–40 °C): Das Kältepaket für Temperaturen bis -29 °C beinhaltet Betriebsstoffe für den Motor, das Getriebe und die Hydraulik, die speziell auf extrem kalte Temperaturen ausgelegt wurden. Außerdem umfasst das Paket eine dieselbetriebene Krankabinenheizung, die die Kabine in weniger als 20 Minuten aufwärmt. Die Heizung sorgt nicht nur für wohlige Wärme für den Kranfahrer in der Krankabine, sondern beheizt auch Bauteile am Kran, wie beispielsweise den Motor, die Batterien und das Getriebe. Außerdem wird bei diesem Paket eine Luftleitvorrichtung verbaut, mit der die wärmere Luft gesammelt wird, um den Lufteinlass in den Motor vorzuwärmen. Das Paket für extreme, arktische Kälte von bis zu –40 °C verfügt neben den bereits genannten Eigenschaften über weitere Funktionen: Dazu gehört unter anderem ein Kondensator, um den Kaltstartstrom beim Starten des Motors zu erhöhen, sowie Betriebsstoffe, die für arktische Temperaturen ausgelegt sind. Des Weiteren sind die Kühlmittelleitungen zusätzlich isoliert, um den Betrieb bei Temperaturen von bis zu –40 °C sicherzustellen.


LU: Was muss der Kranfahrer bei arktischen Minustemperaturen beachten und anders machen? Inwiefern unterscheidet sich der Hubvorgang von Arbeiten bei Normaltemperaturen?


FL: Wir verfügen über ausgereifte Richtlinien für den Kranbetrieb bei kalter Witterung. Einige der wichtigsten Tipps sind: den gesamten Kran vor dem Betrieb aufwärmen und Testhübe ohne Last durchführen, bevor die erste Last des Arbeitstages aufgenommen wird; wärmeres Öl durch die Kransysteme zirkulieren lassen; und sicherstellen, dass alles ordnungsgemäß funktioniert.


LU: Was sind die größten potentiellen Gefahren, auf die man bei arktischer Kälte achten muss?


FL: Es versteht sich von selbst, dass ein Kranfahrer bei arktischen Temperaturen noch vorsichtiger sein muss als gewöhnlich. Wir geben in der Bedienungsanleitung unserer Krane detaillierte Anweisungen für diese besonderen Situationen, aber im Allgemeinen ist die wichtigste Regel: plötzliche und abrupte Bewegungen vermeiden. Denn im Vergleich zu normalen Umgebungstemperaturen kann bei extremer Kälte jede abrupte Einwirkung auf das System oder auf einen Teil des Krans erhebliche Auswirkungen haben. Grundsätzlich funktioniert ein Grove Geländekran bei einer Temperatur von –40 °C so reibungslos wie auf einer normalen Baustelle. Allerdings muss sich der Kranfahrer voll und ganz darüber bewusst sein, in welcher Umgebung er arbeitet, insbesondere wenn er den Kran bei extremen Temperaturen bedient.


LU: Wo werden Krane mit diesen Kältepaketen üblicherweise eingesetzt?


FL: Auf der ganzen Welt! Beispielsweise werden Geländekrane mit -40°C-Kältepaketen im Bergbau oder im Energiesektor in Sibirien eingesetzt. Weitere Krane kommen an Orten in Zentralasien zum Einsatz, zum Beispiel in Kasachstan und Usbekistan. Auch Kunden aus Chile haben diese speziell ausgestatteten und angepassten Krane für den Einsatz im Bergbau in den Anden gekauft, ebenso Kunden aus Kanada. Außerdem wird eine große Kranflotte in der Antarktis eingesetzt.



Eiskalte Ausführung

Ausgestattet mit Kältepaketen für extreme Bedingungen arbeiten Krane von Grove für die Forscher einer australischen Antarktisstation. Dort können Temperaturen von bis zu –60 °C vorherrschen.


Die australische Regierung unterstützt das Antarktisprogramm des Landes an der Davis Station mit sechs Grove Geländekranen. Die Station befindet sich rund 2250 nautische Meilen südwestlich von Perth und ist die südlichste australische Forschungsstation in der Antarktis.


Zuletzt hat ein Grove RT540E Geländekran den Kontinent erreicht. Dank des Kältepaketes von Manitowoc kann er problemlos bei Temperaturen von bis zu –40 °C eingesetzt werden.


Die Davis Station unterstützt das australische Antarktisprogramm mit einer Reihe von wissenschaftlichen Forschungen in den Bereichen Klima, Ökosystem, Eis und Tierwelt.

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